
S: Ursprünglich stand auf Deinem Lebensplan wohl Maurer ganz oben, mittlerweile hast Du Dich aber für Musik auf Vollzeitbasis entschieden – hast Du die Entscheidung je bereut?
RMB: ...als es soweit war und ich beider Berufe nicht mehr unter einem Hut bekam und ich mich entscheiden musste viel es mir extrem schwer, mit der Music selbständig zu arbeiten und davon auch noch leben zu können war für mich ein extrem großer Schritt, der mit viel Überwindung geprägt war. Ich denke das ist auch mit ein Grund das ich immer motiviert arbeite. Nein, ich bereue keine einzigen Moment meiner Entscheidung, ich habe schon nach einem Monat gewusst das es die richtige Entscheidung war.
S: Das Rockmaster in Deinem Namen, hat das noch was mit der Maurerausbildung zu tun?
RMB: ...nein hat es nicht
Ich habe meine Künstler Pseudonym Namen DJ ROCKMASTER B von MC DOUBLE A aus Köln/Langenfeld bekommen, einer der besten Freestyle MC in Deutschland zu der Zeit. Es war zur anfangs Zeit meiner Karriere, eine Hip Hop Jam mit allen bekannten Aktivisten aus der damaligen Szene und ich war als Dj ein Teil der Party. Ich hatte noch keinen Künstlernamen und als MC DOUBLE A mich hörte wie ich auflegte und die Party rockte, kam er dann später auf mich zu und sagte „ Du hast das so cool gemeistert und die Party so fett gerockt, du bist ab jetzt der ROCKMASTER „ Das B kam dann wegen meinem Vornahmen Beyhan auch noch mit dazu.
S: Trotzdem erfolgreiche DJs wie Du ja eher international aufgestellt sind, hältst Du dem Schwabenländle die Treue – nie versucht gewesen in ne Metropole umzusiedeln?
RMB: Ich bin ein Familien Mensch, und sehe gerne oft meine Leute und die wichtigsten leben nun mal hier im Schwaben Ländle . Aus diesem Grund kann und möchte ich auch nicht weit entfernt von ihnen sein. Ich habe auch schon in Metropolen gewohnt und gelebt, da ist mir negativ aufgefallen das man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Aus diesem Grund betrachte ich das geschehen in der Metropole gerne von etwas auserhalb.
S: Bei ca. 140 Shows/Buchungen im Jahr sieht Dich Deine Frau wohl nicht allzu oft, lässt sich bei dem Job überhaupt ne „normale“ Beziehung führen?
RMB: Nacht leben und Beziehung können sogar sehr gut funktionieren,
weil man dann unter der Woche noch viel mehr Zeit für den Partner hat als
Berufstätige Menschen.
S: Du bist privat gerne am Kochen. Bist Du eher so der „streng nach Rezept“-Typ oder improvisierst Du auch gerne mal?
RMB: Ich bin eher der Klassiker, ich respektiere jedes Lebensmittel mit seinen Eigenschaften. Wenn ich Fisch oder Meeresfrüchte koche, dann mit minimalen zutaten. Weil einfach die Produkte aus dem Meer von Grund auf schön hervorragend sind. Nur etwas Salz, Zitrone, gutes Öl und etwas Knoblauch mehr braucht man wirklich nicht. Bei Muschel immer Frische Petersilie und Weiswein und das wars. Ein Steak für mich muss English/Medium sein mit gutem Salz und Pfeffer aus der Mühle.
Und wenn ich Süßes esse, dann so süß das man davon schon fast blind werden kann
S: Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen „bohrst“ Du die Sachen die Du auflegst ja auch gerne mal auf, packst also neue Elemente wie z.B. Beats dazu – wie bist Du dazu gekommen?
RMB: Ich war schon immer von den Breaks in den Songs sehr begeistert, aber die Breaks waren dann nur eine wenige Sekunden lang. Ich wollte es länger weil ich der Meinung war/bin das der Break in einem Song ein Höhepunkt ist, und mehr Aufmerksamkeit verdient. So hab ich angefangen Live die Songs so zu spielen das die Höhepunkte noch mehr hervorgehoben werden.
S: Du hast bei einem der größten Radiosender Deutschlands eine regelmäßige Show – gelten im Radio andere oder spezielle Gesetze als bei ner Liveshow?
RMB: Ja gibt es, im Radio gibt es Playlisten und grenzen bei der Musikauswahl. Im Club mach ich was ich will.
S: Du hast auch schon mit und für diverse(n) recht prominente(n) Leute gearbeitet, die krasseste Geschichte seither?
RMB: Im Jahr 2000 war das 25 Jährige Jubiläum vom TOMMY BOY Records, es gab zu dem Anlass eine Welttour mit 5 Gigs in Deutschland. Das Line Up war AFRIKA BAMBAATAA, TONY TOUCH, ANGIE MARINEZ, PRINCE PAUL und die Breakdance Formation BATTLE ROCK MANIACS wo ich damals der DJ der Gruppe war wurden für Deutschland als Support verpflichtet. Im Backstage des Kölner Stadtgarten haben ich AFRIKA BAMBAATAA mich vorgestellt und im nahe gebracht das ich seine arbeit sehr schätze und würdige, dann noch Fotos und Shout Outs gecheckt dann war auch schon Showtime. Auf der Bühne Stand ich dann neben ihm als es den Kölner Stadtgarten auseinader nahm. Er spielte die geilste Beats die ich je gehört hatte, ich war total begeistert. Nach ca. 30 Playtime bemerkte er mich das ich die ganze Zeit hinter Ihm stand und ich nicht wie die Crowd abfeierte, sonder auf Ihn und seinem Setup fixiert war. Er rief mich wären seinem Set zu sich auf die Bühne und drückte mir seine verschwitzten Kopfhörer in die Hand und sagte „ I give you the vinyls, and you play them ! “ Ich wurde zu diesem Moment neu geboren. 30 Minuten lang auflegen bei 25 YEARS TOMMY BOY REC. Im Kölner Stadtgarten und AFRIKA BAMBAATA hat mir seine Besten Scheiben in die Hand gedrückt zum auflegen.

FELLAZ MAGAZIN / DJ ROCKMASTER B - Szene Check Juli 2008
Dein Sternzeichen:
Jungfrau
Deine Stärken:
Leidenschaft und Einsatz für eine erfolgreiche Veranstaltung / Party, Musikalische Vielseitigkeit mit dem Auge für die Crowd und dem richtigen Riecher für Stimmung.
Deine Schwächen:
Letzter Song bedeutet manchmal bis zu 10 Songs, und manchmal ist meine 5 min bis zu 1 Stunde, aber wirklich nur manchmal :-)
Dein Idol:
Ich nenne es lieber Inspirationen, und dazu gehören Afrika Bambaataa, Kool Dj Herc, Baris Manco, Giorgio Moroder, Blowfly, Frank Farian, Isaac Hayes, Harry Belafonte Michael Jackson.... und und und
Aber auch von guten Dj Kollegen lass ich mich auch gerne inspirieren.
Dein Sound:
Ich nenne es „Bohemian“ Musik die sich in Ihrer Ausdrucksweise überzeugt, dennoch nicht in die Gesellschaftliche Kategorie eingliedern lässt, aber doch existiere.
Dein letzter Urlaub:
Konservativer Last Minute All Inklusive Hotel Urlaub / Antalya – Türkei. Immer gut und günstig ;-)
Wo gehst du shoppen:
Musik kauf ich nur noch im Internet,
Lebensmittel am liebsten im Großmarkt, Kleidung übernimmt meine liebe Frau ;-)
Deine Locations:
In Alphabetischer Reihenfolge: bigFM / Hot Music Radio, Big Pimpin Club / Pforzheim, Diamonds / Köln, Kagan / Freiburg, Musikpark B29 / Schwäbisch Gmünd, Su Casa / Ulm, Vibe Club / Augsburg, XXL / Filderstadt-Bonlannden ...um einige resident Locations zu nennen.
Dein Lieblingsmagazin:
Internet, ich liebe es mit wenigen Schlagwörtern (Google & Wikipedia usw.)
zu allem etwas interessantes und sinnvolles finden zu können.
Dein Lieblingsspielzeug:
Logic, Serato und meine Schnorchel Ausrüstung für den Sommerurlaub ;-)
Dein peinlichstes Kleidungsstück:
Mein 10 Jahre altes Türkei T-Shirt, obwohl es
löchern hat und mir viel zu klein geworden ist, das ich bei dem EM 2008 stolz getragen habe ;-)
Wo gehst du am liebsten Essen:
Am Liebsten zuhause selber Kochen und Familie und Freunde dazu einladen, an besondern Anlässen bei Sante de Santis / Er Cuppolone (Leber auf Römische art) oder Pier 51 (Lobster), beide Restaurants sind in Stuttgart.
Was ist für dich der Trend des Jahres:
Musikalisch setzen wie immer die Dj´s & Radio/Video Selecter den Trend, und der geht u. a. in die Genre übergreifende Remix Welt, es gibt Musikalisch keine Grenzen mehr. Zu Independent Music Labels, und nach wie vor zur Digitale Music Vermarktung (Internet), kleines Manko ist das viel weniger durch den Verkauf verdient wird. Dadurch auch die Niveau lose schnelllebigkeit der Musik, kaum ein Song wird alter als 3 Monat, und man wird auch in der Zukunft viel bei der Herstellung von Musik weiterhin sparen, z.B. aufwendige Plattencover, Design und Video Clips usw werden Niveauloser wenn immer weniger finanzielle Möglichkeiten vorhanden werden.
Dein Lebensmotto:
Eat FISH and LOVE what you do & do what you LOVE ;-)
Deine Message an die Szene:
Enjoy Living !!! Niemals aufgeben und nicht traurig sein wenn es mal regnet, früher oder später kommt immer die Sonne, auch wenn es mal länger regnet.
